Taufe der Kinder Jonas und Richard Gideon

„Die Erde ist mit Himmel vollgepackt,
und jeder gewöhnliche Busch brennt mit Gott;
Aber nur der, der es sieht,
zieht die Schuhe aus;
die anderen sitzen herum
und pflücken Brombeeren“.

(Elizabeth Barrei Browning)

 

Liebe Eltern, liebe Paten, liebe Großeltern,

an diesem Tage feiern wir, dass ihre Kinder Geschenk des Himmels sind, wunderbare Kinder Gottes. Wir tauchen sie ein in die Liebe Gottes und erzählen ihnen hoffentlich, dass ihr Leben vollgepackt ist mit Himmel.

Ihre Aufgabe ist es, die Kinder zu erziehen, sie zu begleiten, ihnen Wärme und Vertrauen zu schenken.

Die englische Schriftstellerin Browning sagt in ihren Zeilen nun nicht, dass Kinder fleißig und tüchtig werden sollen, dass sie eines Tages Geld verdienen sollen, sondern sie eröffnet uns einen Raum für das Wunderbare und Heilige im Leben.

Ja, unseren Kinder müssten wir einen Blick dafür schenken, dass in allem etwas von der Schönheit der Liebe zu spüren ist.

Jedes Lachen, jedes Lallen und jede Begegnung soll etwas atmen von der Ewigkeit Gottes. Wir sind nicht einfach nur funktioniere Wesen, die bestimmte Rollen ausfüllen, sondern in jedem von uns schläft eine wunderbare Berufung.

Aber nur der, der es sieht, zieht die Schuhe aus. Diese wunderbare Ehrfurcht vor dem Leben müssen wir in uns tragen, dieses heilige „Erschrecken“. Wir können einander festlegen in bestimmte Rollen, wir können uns ein Bild machen von dem

anderen, wir haben einen bestimmten Rahmen, ordnen den anderen ein, behandeln ihn wie eine Sache und verfehlen so das Leben.

Da ist kein Platz mehr für das Überraschende und Neue, was in jedem Leben entfaltet werden will.

Ihre Erziehungsaufgabe ist es, den Kindern das Staunen beizubringen. Sie sollen lernen in allem ein Zeichen für eine größere Wirklichkeit zu lesen. Tüchtig und fleißig sein, das genügt nicht, dass macht nicht lebendig.

Die anderen sitzen herum und pflücken Brombeeren – wer so das Leben versteht, wer im Essen und Trinken seinen Lebensinhalt sieht, nur herum sitzt, der wird nie lebendig werden.

Wir sind berufen, aufzustehen, uns  zu bewegen und bewegen lassen und uns gegenseitig eine Vision der Liebe zu teilen.

Unseren Kindern soll zugeflüstert werden, dass in ihrem Herzen der Klang der Ewigkeit zu vernehmen ist. Ja, ihr Herz soll eine Kathedrale sein, wo der Atemwind der Ewigkeit und die Liebe Gottes spürbar ist.

So taufen wir das Alltägliche und Gewöhnliche, so finden wir im Menschlichen die Nähe Gottes. Denn die Erde ist mit Himmel vollgepackt.

Ziehen wir die Schuhe aus, wenn wir mit unseren Kindern spielen. Legen wir all die Panzer ab, die wir als Schutz angelegt haben, damit wir „verletzlich“ werden für das Heilige in unserem Leben.

Diese Berufung sprechen wir heute in der Taufe Jonas und Richard zu. Es ist ein wunderbares Sehen, ja wir sehen in ihnen Kinder Gottes und geben so ihnen Weite und Würde.

Georg Koch

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